Gestaltung durch Mikos Meininger:

4.11.1989 - Denkmal für die Potsdamer Demokratiebewegung im Herbst 1989

Für die Umsetzung des „Denkmals für die Potsdamer Demokratiebewegung im Herbst 1989" wählte eine Jury den Entwurf des Künstlers Mikos Meininger aus, der sein Atelier im Potsdamer Kunsthaus sans titre hat. Der Entwurf, der auf dem Luisenplatz realisiert wird, wurde am 25. März 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Das Denkmal wird aus meterlangen, in den Boden eingelassenen Stahlplatten bestehen, die

in der Form der Ziffernfolge des historischen Datums 4. November 1989 angeordnet sein

werden. An diesem Tag fand auf dem Luisenplatz, damals noch Platz der Nationen, mit etwa

20.000 Menschen die größte Demonstration in Potsdam zur Wendezeit statt.


Auf den Stahlplatten werden die damaligen Forderungen und Losungen in Versalien als Schriftzüge zu sehen sein. Die Schriftzüge der Transparente werden mit einem phosphoreszierenden Kunststoff beschichtet, der sie bei Einbruch der Dämmerung leuchten und wie eine hieroglyphische Texttafel erscheinen lässt. Bürger*innen, die an jenem historischen Tag demonstrierten, sind aufgerufen, ihre Schuhabdrücke zur Verfügung zu stellen und damit Teil des Denkmals zu werden. Die Schuhabdrücke werden in die Oberfläche des Materials geätzt und vermitteln das Gefühl einer dicht gedrängten Menschenmasse.


Direkte Beteiligung an der Erinnerungskultur wird auch dadurch möglich, dass die Bürger*innen ihre persönlichen Geschichten der Friedlichen Revolution hinterlassen können. Sie werden auf einer eigenen Webseite festgehalten, auf der sie nachgelesen und gehört werden können. So tritt das Denkmal in Interaktion mit den Menschen und regt die Betrachter zum Weiterdenken an. Bei der Realisierung des Denkmals, für das ein Finanzvolumen von 120.000 Euro zur Verfügung steht, arbeitet Mikos Meininger mit dem Potsdamer Architekten Frédéric Urban und der Grafikdesignerin Tuulia Faber zusammen.


In den Prozess der Entstehung wird die Öffentlichkeit einbezogen. Der Vorstand des sans titre e.V. unterstützt das Projekt. Im Kunsthaus wird es eine Ausstellung des Entwurfes geben und regelmäßig über den Fortgang der Entstehung berichtet. So wird in Veranstaltungen thematisiert, warum es wichtig ist, die Erinnerung an die Friedliche Revolution lebendig zu halten. Es soll aufgezeigt werden, welche Bedeutung der 4.11.2089 über diesen Tag hinaus hat. „Die Friedliche Revolution zeigt uns bis heute und mehr denn je: Demokratie braucht mutige Demokraten. Als Gesellschaft besitzen wir nur soviel Freiheit und Gerechtigkeit, wie wir uns täglich erkämpfen", sagte der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert bei einer Kundgebung am 4. November 2019 auf dem Luisenplatz. Am 4. November 2020 soll das Denkmal eingeweiht werden.

 

im April 2020

 

Werner Ruhnke + Tuulia Faber
1. + 2. Vorsitzende/r des sans titre e.V.

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